Zahnkaries-Ursachen

Schema der Kariogenese (Entstehung der Zahnfäule)
nach Dr. Johann Georg Schnitzer

Erstveröffentlichung am 2. März 1965 in Mönchweiler im Schwarzwald
im Rahmen des sechsjähringen Aufklärungsexperimentes
"Gesundheit für unsere Jugend" von 1963 bis 1969
(dessen Durchführung die einschlägige Lobby mit allen Mitteln zu verhindern suchte)

Abbildungen zu dem Buch von Dr. Johann Georg Schnitzer "Zahnprobleme und ihre Überwindung" <http://www.dr-schnitzer.de/zpr001.htm>

In der ersten Tabellenreihe werden die verschiedenen (sich gegenseitig verstärkenden) Ursachen der Zahnkaries erklärt. Die Zahlen darunter (z.B. 1 + 2 + 4) weisen darauf hin, welche verschiedenen Wirkungen sie entfalten; diese sind unter den entsprechenden Ziffern 1 bis 5 erläutert. Unter diesen geben die Buchstaben A und B die Information, welche dieser Wirkungen den Zahn von innen (A) entmineralisieren, und welche dieses von außen (B), also von der Mundhöhle her tun. Die hier gezeigten Zusammenhänge machen verständlich, warum die Empfehlung "zweimal täglich Zähne putzen, zweimal jährlich zum Zahnarzt" völlig unzulänglich ist, wenn es darum geht, die Zähne gesund zu erhalten oder sie auch nur vor weiterem Verfall zu schützen.

Fehlen der Vollgetreide
Die gesund erhaltenden Eigenschaften der Vollgetreide sind nur sehr schwer, praktisch nicht durch andere Lebensmittel zu ersetzen; ihr Fehlen führt zu zahlreichen Entgleisungen von Stoffwechsel- Abläufen.
Industriezucker
Weißer und brauner Küchenzucker, Traubenzucker, Milchzucker, Fruchtzucker in unter 50 % iger Konzentration, und alle Produkte, in welchen diese Zucker enthalten sind (man lese die Inhaltsangaben auf Nahrungsmitteln!)
Industriezucker
Weißer und brauner Küchenzucker, Traubenzucker, Milchzucker, Fruchtzucker in 50 % iger und höherer Konzentration, und alle Nahrungsmittel und Getränke, in welchen solche Zucker- Konzentrationen vorhanden sind
Feinmehle
ohne Randschichten und ohne den Keim des Korns (Weißmehle und Graumehle), isolierte Stärken, und alle damit hergestellten und diese enthaltenden Produkte, wie z.B. Weißbrot, Graubrot, Schwarzbrot, Brötchen, Feingebäck, Teigwaren usw.
Konzentrierter Honig
in 50 % iger oder höherer Konzentration (z.B. in Form von Honigbrot, Honigkuchen, Honigplätzchen usw.
 Honig
unter 50 % iger Konzentration verdünnt, jedoch konzentrierter (süßer) als die Süße frischen reifen Obstes
 Süße Trockenfrüchte
trocken verzehrt, wie Datteln, getrocknete Bananen, Rosinen, Sultaninen, Korinthen; auch in Form von Mischungen wie "Studentenfutter" (in Wasser gequollen oder z.B. in "Rosinenbrötchen" unbedenklich)
1 + 2 1 + 2 + 4 1 + 2 + 4 + 5 1 + 2 + 4 4 + 5 4 4 + 5

.

1
 Überwiegen des Abbau- Stoffwechsels
vor allem auch in Knochen und Zähnen durch Mangel an oder Entzug von Vitalstoffen des Aufbaustoffwechsels. Isolierte Kohlenhydrate (isolierte Industriezucker und Feinmehle und damit versetzte Produkte) entziehen dem Organismus Vitalstoffe, die zum Abbau dieser Substanzen und für die Erhaltung des Aufbaustoffwechsels gebraucht werden. Im Getreidekorn sind diese Vitalstoffe im richtigen Verhältnis zum Stärkekern enthalten.
2
Verlagerung des Abbaustoffwechsels
vom vorwiegend oxyydativen (Endprodukt ausatembares Kohlen- Dioxid) in den primitiveren, vorwiegend anaerob-glykolytischen Bereich (Endprodukte flüssige, nicht ausatembare Säuren, vor allem Milchsäure und Brenztraubensäure) durch Mangel an Vitalstoffen des Abbaustoffwechsels; dadurch Verlagerung des Säuren-Basen-Gleichgewichts in den sauren Bereich.
3
Saurer Speichel, Verlust der Pufferungsfähigkeit des Speichels gegen Säuren
dadurch Verlust der Regenerationsfähigkeit des Zahnschmelzes und des Schmelzöberhäutchens im Ruhespeichel (Mineralien bleiben im sauren Speichel in Lösung).
4
 Förderung einer säureproduzierenden Bakterienflora,
die durch Bildung von Milchsäure und Brenztraubensäure die Zahnhartsubstanz auflöst.
 Störung des Ionengleichgewichts
zwischen Zahn und Speichel durch Komplexbindung von Kalziumionen des Speichels durch Salze dieser organischen Säuren.
5
 Bildung von Kalzium-Zucker- Komplexverbindungen und Kalzium-Sucrose- Phosphaten,
die wasser- und speichellöslich sind. Zucker reagieren ab 50 % iger Konzentration direkt mit dem Kalzium des Zahnes; sie machen die Zahnartsubstanz wasserlöslich (= im Speichel löslich). Die Zähne können sich dann im eigenen Speichel auflösen.
A A + 3 B + 4 B + 3 B

.

 

Innere >

 Entmineralisierung >

A

< Äußere 

< Entmineralisierung

B

 

.

Zahnkaries und Osteoporose - "innere Selbstversorgung" wegen denaturierter Zivilisationskost

Die Zahnfäule mit innerer und äußerer Entmineralisierung der Zähne (und meist parallel gehender Entmineralisierung des Knochenskeletts) ist als biologisch sinnvolle Notmaßnahme des Organismus zur verstehen:

1. Im Stoffwechsel benötigte Mineralien und 
Spurenelemente fehlen  in karieserzeugender Nahrung ganz oder sind ungenügend in dieser enthalten. Daher müssen sie aus den körpereigenen Depots auf dem Wege der "inneren Selbst- Versorgung" (Prof. Dr. med. Werner Kollath) verfügbar gemacht werden, um die Notsituation in der Hoffnung auf bessere Zeiten zu überbrücken.
2. Zur Neutralisierung der im entgleisten Abbaustoffwechsel entstehenden flüssigen Säuren müssen zusätzliche Mineralstoffe mobilisiert werden - mangels Zufuhr über die Nahrung erneut aus den körpereigenen Depots, den Zähnen und den Knochen.

Hätten die "Gesundheitspolitiker" im Jahre 1964 (!) diese Erkenntisse nach deren Veröffentlichung nicht bewusst ignoriert (man lese <http://www.dr-schnitzer.de/agdb001.htm> und <http://www.dr-schnitzer.de/agdb002.htm>) und hätten sie damals die notwendigen praktischen Konsequenzen gezogen, dann hätten wir heute eine Bevölkerung mit weitgehend gesunden, in schönen, regelmäßigen Reihen stehenden Zähnen. Ihre praktische Wirksamkeit haben diese Erkenntnisse in dem Mönchweiler Experiment bewiesen (siehe Ergebnistabelle in <http://www.dr-schnitzer.de/autorcv4.htm> mit dem erzielten eindrucksvollen Kariesrückgang).  Wir hätten dann heutzutage - 4 Jahrzehnte nach der ersten Veröffentlichung - keine jährlichen Milliardenkosten ("Lohnnebenkosten") durch die aufwändigen Behandlungen des Gebissverfalls mehr - und keine Lobby, deren wirtschaftliche Existenz auf der Fortdauer eines bevölkerungsweiten Gebissverfalls und dem auch künftig umsatzstarken Absatz seiner Ursachen beruht, und die deshalb jedes Interesse daran haben muss, die wirklichen Ursachen des Gebissverfalls und dessen Vermeidbarkeit auch weiterhin zu verschweigen und durch "gezielte Desinformation" zu vernebeln. Wir hätten statt dessen eine Gesundheits-Medizin, welche das Kauorgan als empfindlichsten Gradmesser der Gesundheit und als Frühwarnsystem zu nutzen versteht, welches die weiteren chronischen Zivilisationskrankheiten schon 20 Jahre vor deren Ausbruch ankündigt, und sie deshalb zu verhüten erlaubt. Leider wurden diese Chancen bisher nicht wahrgenommen.

Friedrichshafen, im Jahre 2002    Dr. Johann Georg Schnitzer

 

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